An die Burgfrauen

Früher oder später kommt der Moment, in dem ein Mann nach Hause kommt und Dinge sagt wie: „Heute war eine besonders schöne Sippung.“
Was genau das war, erklärt er entweder sehr ausführlich – oder gar nicht. Meistens wohl eher letzteres, so sagt man es uns Männer zumindest nach.

Was macht er da eigentlich?

Die kurze Antwort: nichts Gefährliches.
Die längere: Er verbringt ein paar Stunden in der Woche in guter Gesellschaft, hört zu, genießt, lacht und kommt entspannter zurück, als er gegangen ist.

Schlaraffia ist kein Männergeheimbund und keine Parallelwelt. Es ist ein Spiel mit festen Zeiten und klaren Regeln. Der Donnerstag ist gesetzt, der Rest der Woche bleibt, wie er ist. Niemand verschwindet darin, niemand wird bekehrt, niemand ersetzt zu Hause etwas, das dort fehlt.

Burgfrauen sind dabei keineswegs außen vor. Im Gegenteil: Bei vielen Anlässen – besonders im Sommer – gehören sie ganz selbstverständlich dazu. Dann öffnet sich die Burg, und aus dem ritterlichen Rahmen wird ein geselliger Abend mit Freunden.

Sie sind hochgeschätzt – nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als eigenständiger Teil des schlaraffischen Lebens. Viele Reyche pflegen eigene Treffen der Burgfrauen, manchmal gesellig, manchmal kulturell. Auch gemeinsame Ausflüge, Feste oder zwanglose Zusammenkünfte gehören dazu. Dabei geht es nicht um Verpflichtung oder Programm. Wer teilnehmen möchte, ist willkommen. Wer lieber Abstand hält, ebenso.

Diese Wertschätzung endet nicht, wenn sich Lebenswege verändern. Auch die Witwen verstorbener Schlaraffen bleiben Teil der Gemeinschaft. Sie werden nicht vergessen und nicht „mit verabschiedet“, sondern weiterhin eingeladen und einbezogen. Die Verbundenheit reicht weiter.

So entsteht neben dem ritterlichen Spiel der Männer ein eigener, freier Raum, der zeigt: Schlaraffia endet nicht an der Burgtür, sondern lebt auch dort weiter, wo Gemeinschaft ohne Titel und Ämter entsteht.

Was man als Burgfrau wissen sollte:
Der Beruf bleibt an der Garderobe. Der Ernst auch. Und falls Ihr Mann plötzlich mehr Wortspiele macht als früher – das gehört zum Spiel und ist in der Regel harmlos.

Kurz gesagt:
Schlaraffia ist ein Ort, an dem Männer für ein paar Stunden albern sein dürfen und manchmal vielleicht auch wieder ein wenig Kind. Und danach kommen sie entspannt wieder nach Hause.