Der Ritter

Am Anfang steht die Ritterarbeit. Sie ist kein akademisches Schriftstück und keine Pflichtübung, sondern ein persönlicher Beitrag zum Spiel. In ihr bringt der Junker Gedanken, Haltung und sein Verständnis von Schlaraffia zum Ausdruck. Die Arbeit wird nicht nur geschrieben, sondern an einem eigenen Abend vorgetragen. Dieser Vortrag ist Teil des Weges und macht sichtbar, wie der Junker das Spiel lebt und versteht. Die Ritterarbeit wird geprüft, besprochen und gewürdigt.

Erst danach kann es zum Ritterschlag kommen. Dieser ist ein besonderes Ereignis im Reych, dem in der Regel ein ganzer Abend gewidmet wird. Oft reisen dazu Gäste aus anderen Reychen an, um diesen Schritt mitzuerleben. Der Ritterschlag ist keine Formsache, sondern ein bewusst gestalteter, zeremonieller Akt, getragen vom gesamten Reych.

Mit dem Ritterschlag erhält der neue Ritter seinen Ritternamen. Dieser Name ist kein Titel im herkömmlichen Sinn, sondern eine spielerische, oft humorvolle Umschreibung der Person – ein Name, der Eigenheiten aufgreift, Charakter zeigt und zugleich verbindet.

Mit dem Ritterschlag wird der Schlaraffe vollwertiges Mitglied, welches nun auch Ämter und Würden im Spiel übernehmen kann. Doch mehr noch: Er übernimmt Verantwortung. Für das Spiel, für den Ton des Abends, für die Gemeinschaft – und für jene, die nach ihm den Weg gehen werden.

Der Ritterschlag markiert damit keinen Abschluss, sondern einen neuen Anfang.

Ein Weg mit Maß und Geduld

Dieser Weg folgt keinem festen Zeitplan. Manche Schritte brauchen Jahre, andere weniger. Manche bleiben freiwillig über viele Jahre Junker, weil ihnen das Spiel an der Junkertafel so gefällt. Nichts wird erzwungen, nichts beschleunigt. Letztendlich ist es auch ohne Belang, da jeder Teil des Spiels ist.

Schlaraffia kennt keine Karriereleiter und keinen Aufstieg im üblichen Sinn. Sie kennt nur einen Weg des Hineinwachsens – getragen von Zeit, Spiel und Gemeinschaft.

Aber die Reise geht weiter: Am Ende ihres Lebens tritt ein Ritter seinen letzten Ritt an.