Neugierig?

Willekum!

So begrüßen Schlaraffen ihre Besucher. 

Vielleicht sind Sie zufällig hier gelandet.

Vielleicht hat jemand den Namen „Schlaraffen“ fallen lassen – und Sie wussten nicht so recht, was Sie sich darunter vorstellen sollen.

Vielleicht war einer ihrer Vorfahren oder ein Verwandter Schlaraffe.

Kennen Sie diese Namen?
Zum Beispiel Paul Hörbiger, einen der prägenden Schauspieler des deutschsprachigen Films oder Gustl Bayrhammer, unvergessen als bayerisches Original und als „Meister Eder“ an der Seite des Pumuckl – eine Figur, die Generationen geprägt hat. Dazu kommen große Namen der Musik wie Franz Lehár und Gustav Mahler, deren Werke bis heute gespielt und gehört werden, sowie Schriftsteller wie Ludwig Ganghofer und Albert Sixtus, dessen Kinderbuch „Die Häschenschule“ bis heute zu den bekanntesten und meistgelesenen Werken seiner Art zählt. Und selbst aus der jüngeren Fernsehgeschichte findet sich ein vertrautes Gesicht: der frühere ZDF-Wettermoderator Uwe Wesp.

Was diese sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten verbindet?
Sie alle waren Schlaraffen.

Schlaraffia ist kein Verein wie andere.
Und auch kein Karneval, kein Theaterclub und kein Stammtisch und doch hat es von allem ein wenig.

Seit über 160 Jahren treffen sich Männer, um für ein paar Stunden in der Woche den Alltag draußen zu lassen. Man redet, hört zu, lacht, denkt nach. Es gibt kleine Vorträge, Musik, Wortwitz, Ironie – mal leicht, mal ernst, aber immer mit Respekt.

Niemand muss etwas vorführen.
Niemand muss etwas beweisen.
Man darf einfach da sein.

Wenn Sie sich fragen, ob so etwas heute noch zeitgemäß ist:
Das fragen wir uns selbst jede Woche. Und kommen trotzdem wieder.

Auf den folgenden Seiten können Sie mehr über über uns erfahren oder knapper:

Des langen Wortes kurzer Sinn (neudeutsch: tl;dr;) und die FAQ.

Das ritterliche Spiel

Das ritterliche Spiel ist das verbindende Element der Schlaraffen. Es ist kein historisches Rollenspiel und keine Darstellung des Mittelalters, sondern ein bewusst gewählter Rahmen, der Abstand zum Alltag schafft.

Die ritterlichen Namen, Mäntel und Begriffe sind Teil dieses Spiels. Sie helfen, für einen Abend aus gewohnten Rollen auszutreten. Beruf, Titel und gesellschaftliche Stellung verlieren an Bedeutung, stattdessen begegnet man sich auf Augenhöhe – mit Humor, Respekt und gegenseitiger Aufmerksamkeit.

Auch die zahlreichen Ämter, Titel und Würden gehören zu diesem Spiel. Sie wirken auf den ersten Blick feierlich, sind jedoch stets mit Ironie versehen. Verantwortung und Ordnung treffen hier auf augenzwinkernde Selbstrelativierung – niemand nimmt sich selbst zu wichtig, und genau das ist beabsichtigt.

Das Spiel folgt klaren Regeln. Achtung vor dem anderen steht an erster Stelle. Wortwitz ist erwünscht, persönliche Angriffe nicht. Man darf sich auf die Schippe nehmen, aber nicht bloßstellen.

So entsteht ein geschützter Raum, in dem Ernst und Heiterkeit nebeneinander bestehen dürfen – getragen von einem Spiel, das seit Generationen weitergegeben wird.

Ein weltweiter Bund

Schlaraffia ist kein örtlich begrenztes Phänomen. Schlaraffen gibt es in vielen Städten und Ländern weltweit, organisiert in eigenständigen Gemeinschaften, die dennoch eng miteinander verbunden sind. Diese Verbindung ist kein formaler Zusammenschluss, sondern wird aktiv gelebt.

Schlaraffen besuchen sich gegenseitig, reisen zu Sippungen in anderen Städten und sind dort gern gesehene Gäste. Wer ein Schlaraffenreich besucht, wird nicht als Fremder empfangen, sondern als jemand, der zum gleichen Spiel gehört – unabhängig davon, aus welcher Stadt oder welchem Land er kommt.

Diese gegenseitige Offenheit schafft ein besonderes Gefühl von Vertrautheit. Man trifft auf unterschiedliche Menschen, Dialekte und Eigenheiten, und doch sind Regeln, Umgangston und Humor überall vertraut. Gastfreundschaft ist dabei selbstverständlich. Sie wird nicht erwartet, sondern gegeben.

So entsteht über Städte- und Ländergrenzen hinweg ein Netzwerk persönlicher Begegnungen, das viele Schlaraffen über Jahre und Jahrzehnte hinweg verbindet.

Was an einem Abend geschieht, können Sie hier lesen.