Sippungsgeschehen

Die letzte Sippung 166 a. Uhui

Schlaraffen hört,

kund sei getan von der 2341. Sippung des gar märchenhaften Reyches, da sie begangen ward unter dem Spruch „Vom Baum zum Wald“. Ein Sinnwort von solcher Tiefe, dass selbst mancher Eichenstamm ehrfürchtig geknarrt hätte.

Aus fernen und nahen Reychen ritten die Gäste ein: aus dem Reyche Am Eschenwege, aus der Nauinheimbeia, aus der ehrwürdigen Francofurta und aus Zu den Gyssen. Sie kamen wohlgerüstet mit Wort, Witz und Wohlwollen und fügten sich ein in das fröhliche Rund der Tafel. Manch einer kam mit festem Schritt, manch anderer mit dem leisen Knarzen der Gelenke – doch alle mit offenem Herzen und gespitztem Ohr.

Diese Sippung war zugleich die letzte der Jahrung Anno Uhui 166, weshalb ein leiser Schatten der Melancholie durch den Saal huschte, doch ward er alsbald mit Ehe, Gelächter und ritterlichem Schabernack vertrieben.

Besonders zu künden ist von einem gar köstlichen Fundstück, hervorgebracht von Ritter Modera-Tor, genannt der schüchterne Redefix. Er zeigte eine Postkarte aus dem Jahre des Herrn 1910, gerichtet an den Schatzmeister der Schlaraffia Bautzen. Ein stiller Gruß aus vergangenen Tagen, der uns mahnte, dass auch große Reyche einst kleine Setzlinge waren.

So ward offenbar: Aus einem einzelnen Baum erwächst ein Wald, aus einem alten Gruß lebt neues Gedenken, und aus jeder Sippung webt sich das fortwährende Märlein unseres Reyches. Auf dass es wachse, wuchere und in Ewigkeit leise schmunzle.